Berufschancen

Es gibt eine Vielzahl von Berufsbildern für einen Elektroingenieur. Hier nur eine kleine Auswahl an möglichen Arbeitsfeldern.


"Network-Security-Ingenieur"

Dieses Berufsbild für Stundenten der Elektrotechnik und Informationstechnik ist so neu, daß die Berufsbezeichnung oft nur unter den Begriffen Netzwerk-Administrator" oder "Telekommunikations-Ingenieur" rangiert. Der Bereich der Tätigkeiten ist weit gefächert. Dazu gehören alle Bereiche der Netzwerkadministration - jeweils mit dem Fokus auf die Sicherheit. Sicherheit - neudeutsch "Security" ist etwas, daß jeder möchte, aber für das man nicht allzuviel zahlen will. So arbeitet die Security-Ingenieurin meist bei einem Dienstleister, der für die Sicherheit seiner Kunden sorgt. Bei großen Unternehmen, Banken und Versicherungen gehört er aber auch oft zum firmeneigenen Team.


Zum Tätigkeitsfeld gehört die Beratung der Kunden. Mit dessen Mitarbeitern und Management wird eine Sicherheits-Politik erarbeitet, in der genau festgelegt wird, wie der Zugriff auf das Firmen-Netzwerk und seine Komponenten aussehen soll, z. B. welche Mitarbeiter auf welche Daten zugreifen dürfen, wie der Zugriff von außerhalb gestaltet wird, welches Backup-Schema verwendet wird, etc. Auf der Basis dieser "Policy" erfolgt dann die Planung des Netzes, darunter der Einsatz von Firewalls, Virenscannern und Gateways. Die Beratung erstreckt sich auch auf die Auswahl der Hardware für die entsprechenden Komponenten, die sich auf Last- und Kapazitätsabschätzungen stützt.


Je nach Vertrag mit dem Kunden, schließt sich später die Installation und Konfiguration der aktiven Netzkomponenten wie Router, Firewall-Systeme, Gateway- und Proxy-Server, Einwählsysteme usw. an. Das kann soweit gehen, daß die entsprechenden Komponenten Hardware- und Softwaremäßig vom Dienstleister betreut werden. Mit der Basisinstallation ist es jedoch nicht getan, die Systeme müssen auch ständig up-to-date gehalten werden. Das bedeutet regelmäßige Updates von Betriebssystemen und anderer Software sowie das Einspielen von Sicherheits-Korrekturen ("Patches", "Service-Packs"). Parallel dazu werden regelmäßig alle Protokoll-Dateien ("Log-Dateien") kontrolliert, um zu sehen, ob es Hinweise auf Sicherheitslücken oder Hackerangriffe gibt.


Für all diese Tätigkeiten ist ein breites Wissen über Betriebssysteme, spezielle Software, Sicherheitsverfahren, Netzwerk-Komponenten, etc. notwendig, für das während des Studiums nur die Grundlagen geschaffen werden. Ständiges, lebenslanges Lernen gehört ebenso dazu wie Belastbarkeit, weil es beim Auftreten von Fehlern oder Störungen im Netz auch mal recht stressig zugehen kann. Dafür wird es aber auch nie langweilig und der Job bietet immer wieder neue Perspektiven.


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"Fahrzeugelektroniker"

Früher waren Automobile wie Lokomotiven mechanische Wunderwerke - die einzige elektrische Ausrüstung waren die Beleuchtung und bei Ottomotoren die Zündung. Heute enthalten diese Fahrzeuge die modernsten elektronischen Einrichtungen: Angefangen von der Antriebssteuerung, über Klimatisierung, Lagestabilisierung, Komforteinrichtungen bis hin zu Energiesparmaßnahmen bei der Motorsteuerung und Energierückgewinnung beim Bremsen. Im modernen Kraftfahrzeug arbeiten, lange bevor wir einsteigen, schon die ersten Mikroprozessoren, um zu prüfen, ob wir überhaupt rein dürfen. Während der Fahrt meinen wir, das Auto genauso zu steuern wie es vor 50 Jahren war und merken kaum, wie viele elektronische Helfer uns das Fahren sicherer, bequemer und sparsamer machen. Und nachdem wir wieder ausgestiegen sind, machen sie alle Schotten dicht und verabschieden uns mit einem Codesignal an unseren Schlüssel, damit wir später auch wieder aufsperren dürfen.


Wußten Sie, daß bereits heute bis zu 90 % der Entwicklungsanstrengungen eines PKW in die Elektronik gehen und auch in der Fertigung modernster Fahrzeuge der Aufwand der Elektronik 30 % der Gesamtkosten ausmacht?


In Bayern sind viele HighTech Firmen für die Entwicklung und Produktion von Kraftfahrzeugen, Schienenfahrzeugen und Nutzfahrzeugen und deren elektronische Komponenten beheimatet. Dazu gehören eine riesige Zahl von Zulieferfirmen; kurz, es gibt hier viele technisch anspruchsvolle, interessante und natürlich auch gut bezahlte Arbeitsplätze für Ingenieure, welche sich in ihrem Studium auf diese Technik spezialisiert haben.


Klar, daß diese große Gebiet in der Lehre nur in Zusammenarbeit mehrerer Labors und Fachbereiche bearbeitet werden kann. Eine große Zahl an Fachleuten, die auf dem Gebiet der Fahrzeugelektronik Erfahrungen in der Fahrzeugindustrie, aber auch bei Halbleiterfirmen gesammelt haben, unterrichten unsere Studenten in kleinen Gruppen an Computern und an Praktikumsplätzen, die Teile der Fahrzeuge nachbilden. Die Lern- und Arbeitsthemen umfassen unter anderem elektrische Bordnetzsysteme der Fahrzeuge, digitale Signalverarbeitung mit Mikroprozessoren, Sensoren und Antriebsaggregate. Alle diese Systeme müssen heute auch helfen, Kraftstoffe einzusparen. Ohne die elektronischen Helfer gibt es kein 3 Liter Auto und keine Formel 1. Die praktische Anwendung steht bei uns wie auch bei allen anderen Schwerpunkten im Vordergrund.


Den Abschluß des Studiums bilden Diplomarbeiten: In unseren Labors oder auch in Entwicklungslabors der Industrie können die Studenten das Erlernte beweisen und anwenden - oft resultieren daraus schon Kontakte für die spätere berufliche Laufbahn.


Eine Reihe von Studienfächern ermöglichen die Anwendung und Vertiefung des Grundlagenwissens auf dem genannten Gebiet. Sie ist geeignet für Studenten der Elektrotechnik und Fahrzeugtechnik aller Studienrichtungen und ist die Basis für einen Ingenieur, der in der Fahrzeugelektronik forschen und entwickeln will.


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"Telekommunikations-Manager"

In den letzten Jahren stellte sich heraus, dass für größere und mittlere Wirtschaftsunternehmen mit einer verzweigten Struktur (Banken, Versicherungen, Transportunternehmen usw.) in Verbindung mit der Liberalisierung und Privatisierung der Telekommunikation eine maßgeschneiderte T elekommunikationsinfrastruktur geschaffen werden kann, die kostengünstig bedeutende Effektivitätssteigerungen ermöglicht. Auch bei Einrichtungen des öffentlichen Dienstes und Verwaltungen aller Art spielen Information und Kommunikation eine entscheidende Rolle, und es kommt immer mehr auf einen effektiven Einsatz an, zugeschnitten auf das jeweilige Tätigkeitsprofil.


Die wachsende Anzahl der Anbieter und der technischen Varianten verlangt einen Fachmann, der in der Lage ist, in Verbindung mit den aus dem jeweiligen Unternehmen selbst abzuleitenden Erfordernissen optimale Lösungen zu konzipieren, zu beschaffen, zu unterhalten und weiterzuentwickeln. Dazu sind umfangreiche Kenntnisse technischer und betriebswirtschaftlicher Art nötig, soll er doch selbständig Vorstandsentscheidungen vorbereiten und umsetzen können und dabei sowohl langfristige Entwicklungen der T elekommunikation als auch die aktuelle Marktsituation, d. h. das Angebot an Systemen, Netzen und Dienstleistungen in Verbindung mit den Unternehmenszielen berücksichtigen.


Das ist in groben Zügen das Berufsbild des "Telekommunikations-Managers", eines Ingenieurs mit Grund- und Spezialkenntnissen, mit Weitblick und praktischen Fähigkeiten, der auf eine Position als Führungskraft vorbereitet ist. Der Telekommunikations-Manager sollte sich als Ingenieur mit ausgeprägten wirtschaftlich-anwendungsbezogenen Kenntnissen verstehen. Wie immer bei einem innovativ angelegten Profil wird er nicht nur in Wirtschaft und Verwaltung auf dem Gebiet der reinen Anwendung einsatzfähig sein. Vielmehr ist ein Ingenieur mit den beschriebenen Kenntnissen und Fähigkeiten auch hervorragend geeignet, in der herstellenden Industrie bei der Erzeugnisplanung und Produktentwicklung oder im Vertrieb tätig zu sein. Dass er bei Netzanbieter-Firmen oder als selbständiger Berater erfolgreich arbeiten kann, versteht sich von selbst. Die Karrierechancen des Telekommunikations-Managers sind also sowohl innerhalb als auch außerhalb der Telekommunikationsindustrie enorm.


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" Ingenieurin/Ingenieur Regenerative Energien"

  • Regenerative Energien sind der Schlüsselmarkt der Zukunft.
  • "2020 wird die Anzahl der Beschäftigen in dieser Branche von derzeit 170000 auf 300000 ansteigen." (Studie des Bundesumweltministeriums)
  • "Auf dem Weltmarkt hat die Windenergie ihre Führungskraft ausgebaut, nirgendwo werden so viele Solaranlagen installiert wie in Deutschland, die Bioenergie boomt, die Geothermie spielt eine immer größere Rolle." (Dr. Simone Peter, Leiterin der Informationskampagne Erneuerbare Energien)
  • "Deutschland besitzt die höchste Dichte an Solarfabriken und solartechnischen Forschungseinrichtungen." (Carsten Körnig, Verband Solarwirtschaft)
  • "Auf dem Weltmarkt hat die Windenergie ihre Führungskraft ausgebaut, nirgendwo werden so viele Solaranlagen installiert wie in Deutschland, die Bioenergie boomt, die Geothermie spielt eine immer größere Rolle." (Dr. Simone Peter, Leiterin der Informationskampagne Erneuerbare Energien)
  • Begehrt sind in diesem spannenden und innovativen Berufsfeld insbesondere Ingenieurinnen und Ingenieure als hochqualifizierte Fachkräfte.


Weitere Details beschreibt auch der Artikel der Zeitschrift Photon über Regenerative Energien.


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"EMV-Ingenieur"

Stellen Sie sich vor, Sie sehen sich gerade ein interessantes und spannendes Fußballspiel im Fernsehen an, Ihre Freundin hat sich die Haare gewaschen und schaltet den Fön ein - da sehen Sie plötzlich Streifen auf dem Bildschirm und der Ton ist kaum zu verstehen? Schon wackelt der Haussegen!


Es könnte sogar noch schlimmer kommen, wenn Sie etwa in einem Flugzeug sitzen, das gerade an einem Rundfunksender vorbeifliegt und abstürzt, weil die Flugzeugelektronik von dem ausgestrahlten Rundfunkprogramm gestört wird. Damit all dies nicht passiert, benötigt man Elektroingenieure, die sich mit der "Elektromagnetischen Verträglichkeit" befassen: Diese Ingenieure sorgen dafür,


  • dass elektrische Geräte und Anlagen möglichst wenig ungewollte elektromagnetische Felder und Wellen produzieren, und
  • dass Geräte nicht von vorhandenen elektromagnetischen Feldern oder Wellen gestört werden.


Hierzu werden Vorschriften erstellt, an die sich die Gerätehersteller halten müssen, und es muss überprüft werden, ob diese Vorschriften auch eingehalten werden. Umfangreiche Tests werden durchgeführt, die von den Ingenieuren sorgfältig geplant und ausgewertet werden müssen - wenn es sein muss, dann bestrahlt man sogar ein ganzes Flugzeug mit elektromagnetischen Wellen, um sicher zu sein, dass keine Beeinflussungen auftreten - dass der Aufwand entsprechend groß ist, kann man sich sicherlich vorstellen.


Vielleicht würde Sie eine solche Tätigkeit reizen, das nächste Fußballspiel und die nächste Urlaubsreise kommen schließlich ganz sicher?


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"Beratender Projektingenieur"

Elektrotechnik-Ingenieure sind oft in verwandten Berufsfeldern gefragt! Das folgede Beispiel schildert die Tätigkeit bei der Firma BASE TECHNOLOGIES GmbH in München.


Es handelt sich um ein beratendes Ingenieurbüro für Kälte-, Wärme- oder Versorgungstechnik, bei dem auch die Möglichkeit besteht, sich den Herausforderungen technischer Planungs- und Management-Beratungsaufgaben im Bereich der regenerativen und konventionellen Energien zu stellen. Dieses Arbeitsfeld erfordert eine hohe methodische und kommunikative Kompetenz sowie ausgeprägte Teamfähigkeit, eine hohes Mass an Eigenverantwortung, aber auch fundierte technische Kenntnisse.


Angefangen von der Auftragsakquise, Kundengesprächen und der Moderation von Workshops bis hin zur Analyse komplexer technischer und organisatorischer Problemstellungen sowie der Erarbeitung und Umsetzung von Lösungskonzepten bietet eine technische Unternehmensberatung ein breites und sehr abwechslungsreiches Anwendungsspektrum. Marktbedingt sind die Arbeitschwerpunkte derzeit im Bereich der regenerativen Energien angesiedelt, vor allem im Themengebiet der dezentralen Kraft-Wärmekopplung auf Basis der Energieträger Biogas, Biomethan und Holz.


Die Auftraggeber bzw. Kunden sind Mittelstandsunternehmen, regionale und überregionale Energieversorger und öffentliche Einrichtungen in Deutschland und seinen Nachbarländern. Konkrete Aufgaben sind unter anderem:


  • die Projektsteuerung und überwachung von Anlagenbauvorhaben im Bereich der Wärme- und Kältetechnik,
  • die Erstellung von technischen Gutachten und die Durchführung von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zur Optimierung von Heizzentralen und Heizkraftwerken,
  • die Erarbeitung und Bewertung von Versorgungskonzepten in der dezentralen Energieerzeugung,
  • die Durchführung von Potenzialstudien sowie die Standortsuche und Projektentwicklung für den Bau von Biogas-Anlagen,
  • der Aufbau neuer Geschäftsfelder und vieles mehr.


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